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Chemische Schadstoffe in Flüssen

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Chemikalien verunreinigen das Grundwasser – auf mehrere Jahre

Dass die Flüsse dieser Welt seit der Industriellen Revolution längst nicht mehr glasklares und absolut sauberes Wasser führen, ist keine Neuigkeit und auch, dass sich die Verschmutzung der Gewässer im Zuge der Globalisierung Welt weit verschärft, ist in den Medien stets präsent und vielerorts eigens zu beobachten. Besonders gravierend ist dieses Problem in Entwicklungs- und Schwellenländern, in denen es kaum Gesetze zugunsten des Umweltschutzes sowie Kläranlagen gibt, die Infrastruktur schlecht ausgebaut ist und Fabriken, Landwirtschafts- und Plantagenbetreibe chemische Stoffe ungefiltert in die lokalen Gewässer leiten, was nicht nur eine erhebliche Zerstörung der Natur, sondern auch ein erschreckend hohes Gesundheitsrisiko für Mensch und Tier bedeutet. Doch nicht nur in wenig entwickelten Ländern stellen Chemikalien in Seen und Flüssen ein großes Problem dar, auch in Industrieländer wie Deutschland finden sich Spuren allerlei Chemikalien, Antibiotika, Hormone, Schwermetalle, Pestizide, Düngemittel, pharmazeutischer Substanzen und vieles mehr.

Chemische Industrie kann die Umwelt bedrohen

Auch geringe Konzentrationen chemisch hergestellter Stoffe bleiben oftmals biologisch wirksam und können für Tiere und Pflanzen schädlich sein. Wie viel der jeweiligen Substanzen in deutschen Flüssen pro Jahr landen, kann nur geschätzt werden, so sind es bspw. nach offiziellen Schätzungen 28.000 Tonnen Hormone, Antibiotika, Schmerzmittel u.a. pharmazeutische Erzeugnisse. Über 100 verschiedene Wirkstoffe dieser Art wurden bereits in Wasserproben deutscher Flüsse nachgewiesen. Sexualhormone wie das Östrogen, das bsbw. in Anti-Baby-Pillen zum Einsatz kommt, wirken sich auf die Geschlechtsentwicklung und das Paarungsverhalten tierischer Organismen aus, was die Dezimierung oder unnatürliche Vermehrung bestimmter Tierarten zu Folge haben kann und somit zu einer Störung des empfindlichen Ökosystems führt.

Aktivkohlefilter vermindern die chemische Belastung

Konventionelle Klärmethoden reichen oftmals nicht aus, um das Wasser vollständig von allen Chemikalien zu reinigen. Neuartige Aktivkohlefilter sollen Abhilfe schaffen, Arzneimittelrückstände und Hormone docken an den Kohleteilchen an und werden so aus dem Wasser herausgeholt. Wenn die Filter nicht mehr aufnahmefähig sind, werden sie erhitzt und die Poren der Kohleteilchen damit reaktiviert. Ein ebenso effektives Verfahren ist der Einsatz von Ozongas, in Zukunft will besonders die Schweiz immer mehr Kläranlagen modernisieren und die EU-Gefahrenstoffliste soll erweitert werden. Derzeit wird an der Universität Bielefeld auch an einem Biofilter, hergestellt aus einem Enzym der Schmetterlingstramete, einer Baumpilzart, geforscht. Langfristig kann dieser günstige Biofilter teure Kohle- und Ozongasfilter ersetzen.

Textilien als Ursache für Wasserverschmutzung

Eine groß angelegte Studie 2011/12 der Umweltorganisation Greenpeace hat ergeben, dass ein Großteil der importierten Kleidung Giftstoffe enthalten, sog. Nonylphenolethoxylate (NPE), welche in unseren Gewässern zum hormonell wirksamen Nonylphenol (NP) reagieren. Das gilt insbesondere für, in Asien hergestellte Textilien. Beim ersten Waschen in der Waschmaschine lösen sich bis zu über 80% der giftigen Zusätze heraus und gelangen über das Abwasser in die Flüsse. Auch nach dem Reinigungsprozess in Kläranlagen bleiben giftige Rückstände zurück. Hier kann nur ein Verzicht auf giftige Chemikalien bei der Herstellung von Textilien oder ein Einfuhrverbot von belasteter Kleidung effektive Abhilfe verschaffen. Wer umweltfreundliche Kleidung kaufen möchte, sollte auf das Europäische Umweltzeichen, das Tooxproof-Label vom TÜV Rheinland oder das Label Global Organic Textile Standard (GOTS) achten.

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